Servistarif

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In einem alten militärischen Fachbuch von 1897 findet man neben dem Sold auch den Begriff Servicetarif. Wie in der heutigen Zeit bei Beamten der Begriff Ortszuschlag eine wichtige Rolle bei der Besoldung darstellt, hat man auch schon damals je nach Gebiet unterschiedliche Beträge bezahlt. In Berlin war das Leben viel teurer, als zum Beispiel in Ostpommern!

Ein einfacher Soldat hat damals zum Beispiel im 
Servistarif A für Berlin im Jahr 54.- Reichsmark erhalten. Davon wurde im Winter 5,10 Mark und im Sommer 3,90 Mark gezahlt.
Servistarif I. im Jahr 45.- Mark, im Winter 4,50 und im Sommer 3.- Mark
Servistarif II. im Jahr 39,60 Mark,im Winter 3,90 und im Sommer 2,70 Mark
Servistarif III. im Jahr 36.- Mark, im Winter
3,60 und im Sommer 2,40 Mark
Servistarif IV und V. im Jahr 27.- Mark, im Winter 2,70 und im Sommer 1,80 Mark
erhalten.
Der Sold ist nach den Waffengattungen verschieden ausgefallen. Er beträgt monatlich die niedrigsten Sätze bei der Infanterie, die höchsten beim 1. Garde Regiment zu Fuß oder Regiment der Garde du Corps.
Hoboisten, Trompeter etc.    16,50 bis 22,50
Gefreite und Obergefreite     12,00 bis 18,00
Einfache Soldaten           10,50 bis 13,50
Wenn man also weiss, dass ein normaler Reservistenkrug mit Deckel um die 4,50 bis 5,- Mark kostete, kann man sich vorstellen, wie lange ein Soldat in der Servisklasse IV und V gespart hat, um sich einen Krug zu kaufen!
Der nebenstehend abgebildete Krug aus Soldau in Ostpreussen/Posen wurde z.B. von einem Besitzer mit dem Servistarif V. gekauft.

 

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Das zitierte Buch behandelt nicht Sachsen und Bayern.

    Welchen Servistarif Ihr Heimatregiment hatte, können Mitglieder gerne telefonisch oder als Email erfahren. Dieser Artikel wurde zum Teil in der Schreibweise um 1900 abgefasst!                                  Harald Busse