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Reservistenkrüge

Tipps für Anfänger

Das Hobby „Reservistenkrugsammeln“ ist in den letzten Jahren auch für kleinere Geldbeutel erschwinglich geworden. Während früher ein Infanterie- oder Artilleriekrug um die 800.- bis 900.- DM gekostet hat, kann man heute dieselben Krüge schon für 200.- bis 300.- Euro erhalten. Das Internet hat durch ein riesiges Angebot für eine Preisreduzierung gesorgt. Bald werden jedoch sicherlich mal die Bestände in Privathaushalten erschöpft sein und der Markt wird eventuell wieder anziehen. Man merkt dies ja auch schon bei einigen Internetauktionen, dass immer mehr irgendwelche Artikel für 1.- Euro versteigert werden, da keine vernünftige Ware mehr angeboten wird. Wer will schon die 2000te Postkarte aus einer Soldatenbude?

Weiterhin sind auch im Internet immer mehr skrupellose „Händler“ unterwegs, die in der Anonymität des Netzes ihr Unwesen treiben. Wenn man einen „tadellosen“ Krug ersteigert, der bei der Lieferung dann ein Daumennagel großes Loch im Boden aufweist (der Boden war logischerweise nicht fotografiert!) und dann bei der Reklamation frech geschrieben bekommt:

„ Beim Einpacken hatte der Krug noch kein Loch, ich weiß ja nicht, was Sie damit gemacht haben“, dem vergeht schnell die Freude an der Sammelleidenschaft. Aus diesem Grund haben viele erfahrene Sammler, wenn sie nicht gerade Zocker sind, von dieser Art des Erwerbs Abstand genommen.

Aber auch auf dem Flohmarkt, wo ja bekanntlich die „Schnäppchen“ gemacht werden, ist Vorsicht geboten, denn die meisten Angebote sind Neuware, perfekt auf alt getrimmt!

Der Jungsammler sollte sich viel Wissen aneignen, bevor er sein Geld ausgibt. Am besten bei erfahrenen Sammlern, die meisten sind immer nett genug, Anfängern zu helfen.

Hier erst mal ein paar grundlegende Tipps:

Wenn das Bodenbild eines Reservistenkruges eine erotische Szene zeigt, ist der Krug 100% neuwertig. Echte Krüge sind fast alle vor 1914 gemacht. Mit Ausbruch des 1. Weltkrieges wurden praktisch keine Krüge mehr produziert. Damit ist auch klar, wenn unter dem Krug steht „Western Germany“ ist der Krug sogar nach dem 2. Weltkrieg gefertigt worden, denn dann wurde Deutschland erst geteilt!

Wenn man Reservistenkrüge sammelt, sollte man unbedingt als aller erstes die Landesfarben der deutschen Kleinstaaten kennen:

Bayern weiß/blau

Württemberg schwarz/rot

Baden gelb/rot

Hessen weiß/rot

Mecklenburg blau/gelb/rot

Preußen schwarz/weiß

Die Farben des Deutschen Reiches waren schwarz/weiß/rot

Dies zu wissen, bewahrt ebenfalls vor finanziellen Schäden, denn die Hersteller von Souvenierkrügen für ausländische Touristen verwenden häufig die falschen Farben. Wenn zum Beispiel ein bayerischer Krug mit schwarz/weißen Farben auf den Ringwülsten zu sehen ist, handelt es sich um eine 100%ige Fälschung. Der Krug wäre vor 110 Jahren dem Besitzer in einer bayerischen Kneipe auf dem Schädel zertrümmert worden.

Sollte ein Krugdeckel von innen die gleiche Patina wie aussen aufweisen, ist ebenfalls höchste Vorsicht angesagt. Wenn man einen neuen Deckel auf alt trimmt, wird häufig mit Säure gearbeitet. Beim Eintauchen läuft die Säure natürlich auch in die Innenseite des Deckels. Dabei wird er dann dort genau so dunkel. Dies ist aber bei einem Krug, welcher 100 Jahre Licht, Tabakrauch und sonstigen Einflüssen ausgesetzt war, niemals der Fall!

Dies hatte ich auch schon mal auf meiner privaten Website geschrieben, danach haben dann gewisse Elemente die Innenseite mit Stahlwolle wieder ausgeschliffen und damit als Echtheitsmerkmal angepriesen. Also bitte, genau hinsehen, ob die Innenseite minimale Kratzer aufweist.

Dies sind nur einige grundsätzliche Tipps, es gibt aber auch überall, wo Geld im Spiel ist, unseriöse Menschen, deshalb die Grundregel:

 

Viel Wissen ist Macht

und erspart Verluste

 

Ein vor einiger Zeit verstobener Fälscher hat zum Beispiel aus einfachen Infanteriekrügen durch Auftragen eines Roten Kreuzes daraus begehrte Sanitäterkrüge gemacht und nachweislich Sammler um viel Geld betrogen. Leider konnte dies erst sehr spät bewiesen werden.

Man kann nur empfehlen, besuchen Sie die Sammlertreffen und lassen sich beraten, ich erlebe fast täglich Schnäppchenjäger, die nur ihren Geldbeutel leeren, in der Annahme, sie wären cleverer als die unseriösen Händler! Oder aber Sie suchen sich einen Sammler in Ihrer Nähe, der Sie berät. Wenn Sie möchten, helfen wir Ihnen gerne!